Valencia – perfekter Start in das Abenteuer

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Die erste Woche in Valencia war für mich persönlich schwierig. Ich habe meine Freunde, Familie und das Team vermisst. Ich war in einer mir unbekannten Stadt, in einem Appartement, das mir fremd war und plötzlich zusammen mit 70 fremden Leuten. Niemand sprach Deutsch, so musste ich mich zuerst wieder daran gewöhnen, nur in Englisch kommunizieren zu können und zusätzlich mich in der Gruppe zurechtzufinden mit einer Horde etwas jüngerer Menschen. Es ist für mich schön zu sehen, was für ein Erfahrungsreichtum ich mir aneignen durfte, wie ich mich weiterentwickelt habe, nicht mehr alles mitmachen muss und doch Teil der Gruppe bin. Es ist eine wirklich gute Community: wir unterstützen uns gegenseitig, diskutieren viel (ja, auch über Donald Trump und den Brexit) und haben eine gute Zeit.

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Valencia war wohl perfekt für den Start ins Abenteuer. Es ist eine tolle Stadt:
– das Klima: sonnig warm, immer so um die 30 Grad
– das Meer: noch erfrischend – aber ein langer, flachabfallender, feinsandiger Strand
– das Essen: günstig, frisch, vielseitig, lokal – die Tapas sind weltbekannt! Und natürlich die Paella… die Auswahl an guten Restaurants und Kaffees ist unglaublich!
– der Wein: wer kennt die spanischen Rotweine nicht? Und trotzdem war es spannend für mich zu sehen, dass spanischer Rotwein auch mal mit Eis serviert wird oder mit Citro gemixt werden kann.
– die Leute: freundlich, zuvorkommend, impulsiv, ruhig – einfach super nett
– die Architektur: wunderschöne Altstadt und wahnsinnige neue Bauten
– der Park: macht Valencia wohl einzigartig und ist perfekt zum chillen, Sport treiben und flanieren
– der Mix: ist einfach super
– und sonst: Sangria! Aqua de Valencia! Probiere die lokalen Biere.

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Wenn ihr in Valencia Ferien machen wollt, gibt es zwei Stadtteile die echt empfehlenswert sind. Zum einen ist es El Carme, welches noch zur Altstadt gehört und nette Kaffees sich mit guten Restaurants und Bars abwechseln (unbedingt Radio City besuchen!). Informiere dich über Live-Konzerte, Flamengo-Shows, Salsa-Abende… Und dann wäre da noch: Russafa. Der Kreis 4 in Valencia, Hipstertown mit allem was dazu gehört. Trotz den vielen Ausgehmöglichkeiten ist die Stadt ziemlich ruhig. Die Stimmung gelassen, freundlich. Das Velosystem in Valencia ist sehr ausgeklügelt. Die Velowege sind top ausgebaut und mit einer Karte, kann man Velos einfach nehmen und wieder hinstellen. Eine App zeigt in Echtzeit, wo wieviele Velos verfügbar sind. Ich war täglich mit den Bikes unterwegs.

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Ihr merkt es vielleicht, ich bin richtig Fan von Valencia geworden. Es ist eine Stadt, wo ich mich richtig wohlfühle und mir sogar vorstellen könnte zu leben. Und dann ist da noch der etwas andere Lebensstil. Arbeitsstart so gegen 10 Uhr, Mittagessen ab 14 Uhr, Nachtessen ab 22 Uhr und man lässt sich Zeit beim Essen. So kann der Lunch auch mal 2 Stunden dauern – problemlos. Das bedeutet aber nicht, dass nicht gearbeitet wird. Die Start-up-Szene in Valencia floriert und die Unternehmer sind sich bewusst, dass sie nur mit harter Arbeit erfolgreich sein können. Sie haben ein ähnliches Mindset, wie wir in der Schweiz. Es wächst da eine neue Generation heran, die erkannt hat, dass Ausbildung, Sprache, Arbeitsmoral, Motivation, Zielerreichung extrem wichtig ist. Es war sehr spannend mich mit diesen Leuten auszutauschen.

Das Arbeiten in Valencia macht mir richtig Spass und es gibt uns genau das, was wir uns davon erwarten: Inspiration und Kreativität umgemünzt in Projekte. Es ist aber auch schwierig und wir müssen noch einiges verändern. Der Austausch, das Miteinander-reden, die Zusammenarbeit hat noch Potential. Wir haben es erkannt und werden es verbessern.

Es wurde mir aber auch bewusst, wie wichtig es ist, sich Auszeiten zu nehmen. Plätze zu finden, die mich inspierieren, die mir gut tun und Sachen zu machen, die mich herausfordern oder auch für die Regeneration wichtig sind. Diese Möglichkeiten gibt es überall. Das ist nichts neues und doch schaffte ich es bisher nicht, diese in einer Regelmässigkeit in meinem Terminkalender zu integrieren. Es wäre ja so einfach: arbeiten im Lieblingskaffee, laufen am See etc. Und ich möchte euch ermuntern. Sucht euch diese Plätze und geniesst es. Es hilft euch, glücklicher zu sein und schlussendlich auch langfristig produktiver.

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Ich sitze übrigens im Bus und fahre nach Lissabon. Das bedeutet 10 Stunden Transfer und Zeit über den letzten Monat nachzudenken. Es war alles in allem ein toller Start. Valencia ist super, das remote year wird es auch.

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